1200 Jahre auf einen Blick

Erste Dorfchronik für Gau-Köngernheim

Dienstag, 20. Mai 2008

Heimatkunde gibt es als eigenständiges Fach schon lange nicht mehr: Umso wichtiger ist es, dass es Organisationen und Initiativen gibt, die dafür sorgen, dass die Historie des eigenen Dorfes nicht vergessen wird. In diesem Sinne handelte der "Bürgerverein 1992" Gau-Köngernheim. Dessen Vorsitzender Rainer Merz überreichte nun in einer Feierstunde im Bürgerraum die erste Chronik an die Ortsgemeinde Gau-Odernheim, zu der Gau-Köngernheim seit 1969 gehört.

Auf über 130 Seiten kann der Geschichtsinteressierte die Entwicklung des Dorfes nachlesen. Angefangen von der ersten urkundlichen Erwähnung am 2. Juni 804, über die Römerzeit bis in die Zeit, als auch Gau-Köngernheim Elektrizität und eine Kanalisation erhielt. Die Entwicklung der Landwirtschaft und der Infrastruktur sind ebenfalls dargestellt.

Es folgen Hinweise auf die vielen Vereine, auf Selz und die Kerb: Erinnerungen werden wach gerufen an die "Haltestelle Gau-Köngernheim" an der einstigen Linie der Nebenbahn Alzey-Gau-Odernheim-Bodenheim und an die letzte Fahrt auf dieser Strecke 1984. Dies alles garniert mit Anekdoten und dem "Köngernheimer Lied". Hinzu kommen alte Schulbilder, ein Verzeichnis der Lehrer sowie der Pfarrer und Bürgermeister.

"Es galt, aus den von den Mitbürgern zur Verfügung gestellten Fotos eine Auswahl zu treffen", erzählte Rainer Merz. Die Chronik wurde in über 100 Tagen erstellt. Beteiligt waren neben ihm Claudia Luzius, Erich Lauer, Ernst Schad und Frank Meiser. Rainer Merz lobte auch die Mitarbeit von Buchbinderin Christine Merkel-Köppchen, die dafür gesorgt habe, dass die Chronik so gefasst sei, dass sie jederzeit aktualisierbar sei. Der Vorsitzende dankte der früheren Pfarrerin Astrid Westphal für ihre Unterstützung.

Vor vielen Gästen lobte Landrat Ernst Walter Görisch das Werk als "sehr gelungen". "Sie haben in großer Geschlossenheit zur Weitergabe der Heimatgeschichte beigetragen," so der Landrat, der von Rainer Merz das erste Exemplar erhielt. Gau-Odernheims Bürgermeister Bernd Westphal fand ebenfalls lobende Worte: "Sie haben den zu Beginn der Arbeit bewiesenen Feuereifer beibehalten bis zum glücklichen Ende."

Rainer Merz dankte auch Schreinermeister Fritz Raab. Der Senior habe etliche Bänke zum Ausruhen geschaffen. "Die jüngste wurde unmittelbar vor der Feier vor dem Bürgerraum fertig", ergänzte Bürgervereins-Vorstandsmitglied Karin Pfannkuchen.

Die Chronik mit der Überschrift "Grüße aus Gau-Köngernheim" ist bei der Gemeindeverwaltüng Gau-Odernheim zu erwerben.

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